AG Neurodegeneration im Auge

Im Rahmen unserer Arbeitsgruppe beschäftigen wir uns seit mehreren Jahren intensiv mit dem Tiermodell der DBA2/J Maus. Dieser Stamm ist ein Inzucht Stamm, der in der wissenschaftlichen Forschung in den Bereichen kardiovaskulärer Pathogenese, Neurobiologie und sensoneuraler Forschung weite Anwendung findet. Die Veränderungen im Auge der DBA2/J Maus ähneln dem pathologischen Befund eines Pigmentdispersionsglaukoms beim Menschen. Außer den Veränderungen im vorderen Augenabschnitt treten sowohl morphologische als auch physiologische Veränderungen in Retina und Sehnerv auf, die teilweise mit altersabhängig erhöhtem intraokularem Druck (IOD) korrelieren können. Um die Interaktion dieser Parameter im DBA2/J Modell intensiv zu analysieren und die Einsatzmöglichkeiten dieses Tiermodells exakter definieren zu können, wurden in eigenen Studien sowohl die DBA2/J Maus als auch die DBA2/J-Rj Maus, eine Variante der DBA2/J Maus bei der es trotz erhöhtem IOD zu keiner degenerativen Veränderung im Sehnerv kommt, genauer untersucht. In aktuellen Untersuchungen analysieren wir zurzeit in enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Jan Kremers (Experimentelle Ophthalmologie, Augenklinik) die im Elektroretinogramm (ERG) nachweisbaren Reizantworten retinaler Neurone im DBA2/J Modell bei verschiedenen Altersstufen und korrelieren entsprechende Veränderungen im Vergleich zu den normal auftretenden physiologischen Daten in C57/Bl6 Kontrolltieren. Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Helmut Brandstätter (Lehrstuhl für Tierphysiologie) wird der morphologische Phänotyp der DBA2/J Retina genauer untersucht und hinsichtlich funktioneller Veränderungen bei der synaptischen Reizübertragung charakterisiert.

Analysen der Proteinzusammensetzung des Kammerwassers der DBA2/J Maus in unterschiedlichen Altersstufen mit und ohne altersabhängig ausgeprägter Optikusneuropathie zeigten eine signifikante Korrelation zwischen dem altersabhängig stark erhöhten Kammerwasserfaktor Osteopontin (OPN) und den auftretenden Schäden in Sehnerv und Retina. Aktuelle in vitro Analysen mit der RGC-5 Zelllinie sollen mögliche neuroprotektive/-degenerative Wirkungen und Effekte von OPN auf neuronale Zellen genauer beschreiben und charakterisieren. Bei der erstmaligen und grundlegenden morphologischen Beschreibung des Augenphänotyps der Osteopontin Knockout Maus (OPN-/-) sowie der neu zu generierenden DBA/2J//OPN-/- Maus wird neben den gängigen lichtmikroskopischen und molekularbiologischen Verfahren auch der elektronenmikroskopischen Analyse der Augengewebe eine wichtige Rolle zukommen.

 


 

Innerhalb der Arbeitsgruppe werden Diplom-, Master-, und Promotionsarbeiten vergeben.

 

Bei Fragen richten Sie sich bitte an Herrn Prof. Dr. Michael Scholz.