AG Tränendrüsenstammzellen

 

Die Gruppe befindet sich derzeit im Aufbau. Unter dem Begriff des „Trockenen Auges“ (Dry Eye-Syndrom, Keratoconjunctivitis sicca) werden alle Symptome zusammengefasst, die für eine mangelnde Befeuchtung der Augenoberfläche stehen. Grundlagen hierfür sind nicht nur entzündliche Prozesse im Drüsengewebe sowie die Zusammensetzung des Tränenfilms, sondern auch die mangelhafte Tränenflüssigkeitsproduktion (DEWS Report  2007).Um dem Missverhältnis von Minderproduktion und Bedarf an Tränenflüssigkeit entgegen zu wirken, gilt es, entweder bestehende Drüsenzellen zur vermehrten Flüssigkeitsproduktion anzuregen oder undifferenzierte, pluripotente Zellen zur Zellteilung zu aktivieren. Mit Hilfe dieser Stammzellen kann es möglich sein, Therapieansätze zu entwickeln, um das auf einem vermehrten Flüssigkeitsdefizit beruhende Trockene Auge zu bekämpfen. Durch genaue Kenntnis der Stammzellentwicklung und unter Ausnutzung ihrer Pluripotenz gelingt es bereits heute, einfache 3D-Modelle von Drüsen (vor allem des Pankreas und der Leber) in vitro zu züchten. Um den medizinischen Nutzen der Stammzellen abschätzen zu können, bedarf es eingehender Forschung an isolierten und kultivierten Stammzellen aus differenziertem Gewebe. Adulte Stammzellen bieten sich für das Tissue Engineering und die Transplantationsmedizin an, da sie frei in fast jedem Gewebe vorkommen und die Neigung zur malignen Entartung geringer ist als bei embryonalen Stammzellen bzw. bisher nicht beobachtet wurde. In bislang nicht publizierten Untersuchungen konnten wir adulte Stammzellen der Mäuse-Tränendrüse charakterisieren, isolieren und erfolgreich über mehrere Wochen kultivieren. Die Zellen können sich noch in alle drei Keimblätter differenzieren. Die Ergebnisse sind ein erster Schritt, um in eine erfolgreiche Tränendrüsenregeneration aus adulten Stammzellen einzutauchen.

  


 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Herrn Prof. Dr. Friedrich Paulsen.